Willkommen

Willkommen auf meinem Blog.
Die zukünftigen 11 Monaten werde ich in Cúcuta, Kolumbien verbringen und dort als Freiwilliger in einem Projekt mit behinderten Kindern arbeiten.
Ich werde versuchen möglichst oft alle Erfahrungen, die ich in diesem Zeitraum mache, hier zu hinterlassen.
Viel Spaß beim Lesen.

Inken

14.12.2011

Neue Familie, kein Wasser, neue Stadt...

So, nachdem ich mich seit ner Ewigkeit  nicht gemeldet habe, tu ich dies nun. In letzter Zeit ist nicht wirklich viel passiert, hab halt gearbeitet, mich mit Freunden getroffen und so vor mich hingelebt.
Nun aber jedoch, in der letzten Woche, kam dann alles auf einmal.
Seit einer Woche nun lebe ich in einer neuen Familie, in der alten sind einfach viele kleine Dinge passiert und es hat einfach nicht gepasst. Mich hat dann eine liebevolle ältere Dame, die hier alle "Mama Judith" nennen, aufgenommen. Sie hat ein Herz für alle, sie kauft sogar extra Essen für die armen Tauben und Hunde die auf der Straße leben, nimmt einen verlaufenen Hund für einige Tage auf, bis der Besitzer gefunden wird und vermietet ein Zimmer an 2 Mädels und behandelt sie wie ihren eigenen Kinder.
Ihre 2 Söhne, wovon einer ein Jahr in Deutschland war, wohnen in einer Stadt ca 4 Stunden von hier. In einer Woche werde ich sie jedoch kennenlernen.
Nach 4 Tagen Eingewöhnungszeit, gabs dann das nächste Erlebnis..
Durch die vielen Regenfälle gab es einen Ort weiter so ne Art Erdrutsch wobei Öl in den Fluss geraten ist, der für unsere Stadt die Wasserversorgung herstellt. Das heißt, für Cucuta gibt es für mindestens 2 Wochen kein fließend Wasser. Noch haben wir etwas Wasser im Tank, aber jetzt heißt es, das Duschen beschränken und wenn dann so kurz wie möglich, erstmal keine Wäsche waschen und möglischst nicht aufs Klo gehen :D
Nein aber es kann gut sein das ich mich demnächst mit nem Eimer duschen muss, so wie Max es jetzt schon tut.
Ich konnte jedoch nicht lange über dieses Ereignis nachdenken, weil es gleich von einem neuen verdrängt wurde...
Am Montag hatten wir Freiwilligen eine Versammlung mit der AFS Coordinatorin aus Bogota. Wir hatten uns schon gewundert, warum sie sich den weiten Weg macht und nach Cucuta kommt, jedoch haben wir mit dem Folgenden nicht gerechnet.
Die deutsche Regierung hat beschlossen, dass Cucuta sowie Popayan, wo 10 andere deutsche Freiwillige zur Zeit arbeiten, sehr gefährliche Städte sind und dass die Verantwortung zu groß ist, uns hier bleiben zu lassen. Auch wenn wir hier denken wir haben es mit Cucuta gut getroffen, was die Kriminalität angeht, bleibt es doch eine Stadt die nah an der Grenze liegt und daher die Umgebung sehr gefährlich scheint.
Also hat Deutschland ein Ultimatum gestellt, wenn wir Freiwilligen, die von der Regierung unterstützt werden, nicht bis Ende Januar die Stadt wechseln, wird das komplette Programm in Kolumbien gestrichen.
Also werden wir alle am 30.1. nach Bogota gehen, zum Midstaycamp und von dort aus in unsere neuen Städte, neuen Familien und neue Projekte wechseln.
Mich verschlägt es dann nach Tunja, eine Kleinstadt 2 Stunden auserhalb von Bogota, wo ich in einer Grundschule arbeiten werde. Ich glaub es wird eine große Umstellung, da ich von Groß- in Kleinstadt komme, von einer Durchschnittstemperatur von 28°C zu einer von 14°C und wieder heißt es Familie wechseln.
Ich hoffe nur es wird ein gutes Erlebnis, auch mal eine andere Gegend Kolumbiens näher kennenzulernen und ich freue mich schon nicht von Mücken zerstochen zu werden.

Naja also das ist alles in der letzten Woche geschehen und ich werde jetzt die letzten eineinhalb Monate genießen und möglischst viel warme Klamotten besorgen.

Liebe Grüße und frohe Weihnachten.